Clicker

Haben Sie auch schon viel vom Clicker - dem kleinen Knackfrosch im Kasten - gehört, und wissen nicht so recht, was es damit auf sich hat?

Nachfolgend ein Überblick zum Clicker:

Wer benutzt den Clicker? Tiertrainer in Zoos nutzen den Clicker zum Training von Wildtieren. Zum Beispiel ist es für eine tierärztliche Untersuchung sehr schön, wenn eine Wildkatze gelernt hat, sich dicht an den Zaun zu stellen, um sich abtasten zu lassen. SIcher kann das nicht den großen Vet-Check betreffen, aber oft reicht es ja, wenn das Tier nah an den Zaun kommt.

Der Clicker kommt bei Tiertrainern für Film und Fernsehen ebenso zum Einsatz, wie mittlerweile bei der Ausbildung von Diensthunden.

Wie benutzt man den Clicker? Damit das Tier, ich spreche im Folgenden vom Hund, den Clicker überhaupt mit etwas Positivem verbindet, muss er zunächst konditioniert werden. Denn das Knackfroschgeräusch an sich hat ja noch gar keine Bedeutung für den Hund. Im Gegenteil, manche Hunde hüpfen regelrecht ein Stück zur Seite, wenn sie zum ersten Mal den Clicker hören. Damit der Hund künftig den Clicker mit etwas Gutem, für ihn Angenehmem verbindet, nimmt man üblicherweise Futter. Mittlerweile hat sich in Tests herausgestellt, dass man auch mit anderen Dingen arbeiten kann, die für den Hund einen ebenso hohen Stellenwert haben, wie Futter. Beispielsweise ein Zerrgel, ein Bällchen oder ein Futterbeutel. Der Hund soll nun im ersten Trainingsschritt das Knackfrosch-Geräusch des Clickers als Ankündigung für eine hochwertige Belohnung verstehen lernen. Man bereitet also ein Häufchen Leckerchen vor, und begibt sich mit dem Hund in einen ablenkungsfreien Raum. Dort nimmt man den Clicker zur Hand, und Clickt einmal. Sofort erhält der Hund das Futter. Sofort heißt: innerhalb der nächsten 0,5 Sekunden. Halten Sie also am Besten die Belohnung und den Clicker bereits in der Hand. Diesen Wechsel Click/Futter wiederholen Sie 10-15 mal. Machen Sie eine kleine Pause von 5 Minuten. Danach geben Sie Ihrem Hund einen einfachen Befehl, den er schon kann, wie z.B. Sitz. Clicken Sie und geben ihm ein Leckerchen.Im weiteren Verlauf des Trainings können Sie als Belohnung nach dem Click-Geräusch auch den Futterbeutel werfen, oder einen Ball. Aber Achtung! Diesen Wurf für die letzte der Übungen aufheben, weil der Hund dann ja aufspringt und hinterher flitzt. Es sollte dann auch Schluss sein mit dieser Übungseinheit.

Mehr zur klassischen Konditionierung hier: Spiel Pavlov`s Hund

Was trainiert man mit dem Clicker? Sie können jede Gehorsamsübung mit dem Clicker bestätigen. Stellen wir uns vor, Sie trainieren mit Ihrem Welpen Sitz. Zunächst clicken Sie, wenn er mit dem Popo am Boden ist. Im Verlauf des Trainings wollen Sie aber, dass Ihr Welpe immer länger sitzen bleibt. Zögern Sie nun den Click etwas heraus. Zählen sie die Sekunden einfach herunter. Wenn Sie am Montag bei 2 Sekunden waren, können Sie am Freitag bereits bei 15 Sekunden sein.

Interessanterweise ist der Clicker nicht nur eine tolle Hilfe in der Grundausbildung Ihres Hundes, sondern auch sehr effektiv in der Verhaltenstherapie. Leinenaggressive Hunde können mit Hilfe des Clicker - und zwar bei Anblick eines für sie zuvor angsteinflößenden Auslösers - ihre Grundstimmung zum Auslöser ändern. Denn der Click als Ankündigung von etwas Tollem kommt ja immer dann, wenn der angsteinflößende Reiz erscheint. Sie glauben es nicht? Es funktioniert! Verhaltenstherapie ohne Risiken und Nebenwirkungen, aber mit einem intelligenten und effizienten Hintergrund.

Und die Supernachricht für alle Silvester-Angsthasen kommt von meiner Gipsy: wir haben in diesem Jahrswechsel 2009/2010 erstmals beim Spaziergang immer dann geclickt, wenn ein Böller von Weitem zu hören war. Der Böller hat quasi den Click angekündigt, und der Click hat den Futterbeutel angekündigt. Frau Angsthase Gipsy hat sich nach nicht mal 10 Clickern nach jedem Böller von selbst zu mir umgedreht und auf den Click gewartet! Ich war noch nie so happy (naja es gibt auch noch andere Gelegenheiten in meinem Leben, happy zu sein, aber wenn mein Angsthasenhund kein Häufchen Elend mehr ist, ist das doch ein Grund, nicht wahr?). Zu Hause haben wir dann für 0 Uhr ihr Lieblingstuch mit DAP-Spray beduftet, und hatten einen relaxten Hund! Das DAP-Spray hat unsere Lilly übrigens von der Decke getrieben - sie ist gar nicht der Typ dafür und braucht als echter schussfester Russell auch kein DAP ("Wo sind die Böller, ich hol sie euch alle!" ist ihre Devise).

Wieso klappt das mit dem Clicker? Der Clicker ist ein sekundärer Verstärker. Ein primärer Verstärker ist zum Beispiel Futter. Ein sekundärer Verstärker ist ein zuvor neutraler Reiz, der einen primären Verstärker ankündigt. Es könnte also auch eine Lampe sein, die immer dann angeht, wenn der Hund Futter erhält. Der sekundäre Verstärker Lampe kündigt den primären Verstärker Futter an. Beim Clicker-Training kündigt der Clicker die Belohnung an. Mit dem Finger ist man meist viel schneller am Clicker als den Hund verbal zu loben. Wer sehr kommunikativ ist, dem gelingt das sicher auch mit seiner Stimme. Der Clicker kommt aber all jenen zu Gute, die nicht gerne große Worte machen, und lieber den Daumen am Click ;-)

Sie können jederzeit in jedem Kurs den Clicker einsetzen, er ist immer herzlich willkommen. Probieren Sie`s aus!